„Jedes Kind verdient die besten Chancen“ – Becker-Hornickel fordert neuen Schwung für die Inklusion in Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern hat sich zur inklusiven Bildung bekannt, aber in der Realität bewegen wir uns zu langsam“, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Gruppe der FDP im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Barbara Becker-Hornickel.
Sie betont: „Es geht nicht um Strukturen, es geht um Kinder. Jedes einzelne Kind verdient, dass wir ihm echte Bildungschancen eröffnen, unabhängig von Behinderung oder Förderbedarf.“
Die geltende Strategie sei zwar rechtlich solide unterfüttert, werde aber, so Becker-Hornickel, „weder personell noch strukturell so hinterlegt, dass alle Kinder tatsächlich profitieren“.
Mecklenburg-Vorpommern orientiert sich an der UN-Behindertenrechtskonvention (Art. 24) und am landesrechtlichen Elternwahlrecht zwischen Regel- und Förderschule.
„Dieser Rahmen ist richtig. Eltern brauchen Wahlfreiheit, Kinder brauchen verlässliche Förderung. Aber ein Recht auf inklusive Bildung muss im Alltag spürbar sein.“
Mit der jüngsten Schulrechtsnovelle wurde der Zeitraum bis zur vollständigen Inklusion verlängert: Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen sollen erst ab 2027 und bis 2030 schrittweise aufgelöst werden.
Becker-Hornickel: „Wir wollen keine Inklusion mit der Brechstange. Qualität geht vor Tempo.
Aber eine Verlängerung darf kein Vorwand sein, um notwendige Schritte aufzuschieben. Die Zeit muss genutzt werden, damit wir am Ende nicht wieder nur neue Übergangsfristen schaffen.“
Auch baulich müsse stärker gehandelt werden. Trotz Förderprogrammen sind viele Schulgebäude in ländlichen Regionen noch nicht barrierefrei. „Wenn ein Kind im Rollstuhl seine Schule nicht ohne Hilfe erreichen kann, dann ist das kein Randdetail. Barrierefreiheit ist ein Grundrecht, kein Luxus.“
Von zentraler Bedeutung sei außerdem eine solide Datenbasis. „Wir können nur verbessern, was wir messen. Das Bildungsministerium muss jährlich offenlegen, wie viele Kinder inklusiv lernen, wo Personal fehlt und wie sich die Situation regional entwickelt. Transparenz ist die Voraussetzung dafür, dass wir Verantwortung übernehmen.“